Besuch der Generalprobe

Der MDR hatte für den vergangenen Sonnabend, 21.5., seine Abonnenten zur Generalprobe von Schostakowitschs 15. Sinfonie eingeladen. Etwa 50 bis 60 Personen waren dieser Einladung gern gefolgt.

Zuerst folgte von Frau Dr. Kopp eine Einführung in die Sinfonie. Sie erzählte, dass Schostakowitsch etliche Komponisten wie Rossini oder Wagner, aber auch sich selbst, zitiert hat. Als er die Sinfonie schrieb, stand er am Ende seines Lebens und er ließ in dieser Sinfonie sein Leben Revue passieren. In dieser Sinfonie hat Schostakowitsch viel Schlagwerk und ein Tasteninstrument eingesetzt, so dass man erwarten könnte, dass sie ganz laut endet. Aber sie endet nicht bombastisch, sondern hört einfach auf. Ich habe nicht gehört, dass Schostakowitsch diese Sinfonie unter Zwängen geschrieben hat. Es hieß in der Konzerteinführung, dass auch er sich wegen politischer Zwänge der Formalismusdiskussion beugen musste, aber dennoch habe er versucht, seine Ideen durchzusetzen. Für Schostakowitsch war Musik ein Raum, in dem er verschlüsselt Botschaften übermitteln konnte. Für mich war es eine gut anhörbare Sinfonie.

Die Zuhörer vermissten, dass keine Musikbeispiele während der Konzerteinführung eingespielt wurden.

Dann wurde darum gebeten, dass die Abonnenten auf der Empore Platz nehmen sollten, um mal einen Perspektivwechsel zu haben und das Orchester und seinen Dirigenten anders zu sehen. Ich habe mich gefreut, dass ich Herrn Davies beim Dirigieren von vorn zusehen konnte. Die Generalprobe verlief ohne Unterbrechungen, sie wurde für den Funk mitgeschnitten. Wenn man auf der Orchester- oder auch auf der Orgelempore sitzt, klingt das Orchester auch anders, die Musik wirkt viel näher.  

Ein Kommentar zu „Besuch der Generalprobe

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  1. Liebe Frau Friede, vielen Dank für Ihren Bericht. Ja, Schostakowitschs letzte Sinfonie führt, so scheint es, direkt in die Unendlichkeit, sie endet leise und fast tonlos, wenn auch nicht klanglos. Für mich immer wieder beeindruckend bei jeder Aufführung und auch tröstlich. Denn dass Schostakowitsch am Ende seines Lebens mit so weisen und keinesfalls nachtragenden Tönen seinen Frieden mit der Welt macht, nach allem, was er in seinem Leben durchmachen musste und in seiner Musik versteckte, zeugt von einem großen, starken Charakter. Am Ende bleibt seine wunderbare Musik, die wir alle immer wieder neu und gerade in diesen Tagen umso heftiger erleben. Für mich persönlich ein Komponist, dessen Musik ich wohl nie müde werde.

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